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Unifi AP AC Mesh Erfahrungsbericht

An den vielen anderen Beiträgen zum Thema Ubiquiti Unifi könnt ihr erkennen, dass ich diesem System bereits an mehreren Standorten vertraue. Bisher hat sich die Wahl für Unifi für mich bewährt: das System ist einfach zu bedienen, stabil im Betrieb und bietet alle Features, die ich benötige. Vor kurzem (Dezember 2016) sind neue Produkte von Ubiquiti erschienen, die auch im Freien die aktuellen WLAN-Standards kostengünstig bieten.

Das bisherige Dilemma im Outdoor-Bereich

UAP AC Mesh passt dank mitgeliefertem Adapter problemlos in die vorhandene Wandhalterung

Für den Innenbereich habe ich bereits in anderen Beiträgen entsprechende Produkt vorgestellt. Allerdings gab es bisher keine sinnvoll erschwinglichen Outdoor Access Points, die auch 5 GHz mit 802.11ac abdecken. Das war bislang ein großes Manko. Entweder man nimmt den

Unifi Mesh

Zum Glück gibt es nun zwei neue Produkte, die diese Lücke schließen:

Beide sind für den Außeneinsatz gerüstet, unterstützen 2,4 GHz und 5 GHz inklusive 802.11ac und DFS. Und das zum erschwinglichen Preis (Stand Jänner 2017: knapp über € 120,- für den Unifi UAP AC Mesh und etwa € 200, für den Unifi UAP AC Mesh Pro).

UAP AC Mesh

Der Unifi UAP AC Mesh hat das Potenzial, mein neues Standardgerät zu werden. Es ist auch für den Innenbereich fesch, bietet alle gängig benötigten Technologien und unterstützt die PoE Varianten „24V Passive PoE“ und „802.3af Alternative A“, wodurch es im Privatbereich günstig eingesetzt, aber auch an bestehende Switches im Firmenbereich angeschlossen werden kann:

  • ein Gerät für indoor & outdoor
  • lässt sich mit vielen bestehenden PoE-Switches nutzen, da es zwei Standards für die PoE-Versorgung unterstützt:
    • 24V Passive PoE (alter Ubiquiti/Mikrotik/etc. Standard)
    • 802.3af (Alternative A; vmtl. auch an 802.3at nutzbar)
  • unterstützt beide WLAN Frequenzen: 2,4 GHz und 5 GHz
  • erfüllt mit 802.11ac und 2×2 MIMO die modernsten WLAN-Standards mit Geschwindigkeiten bis 867 MBit/s. Und ist kompatibel zu 802.11a/b/g/n/ac.
  • bindet sich in bestehende Unifi-Management-Umgebungen ein und bietet somit zentrale Konfiguration & Monitoring. Optional kann der AP selbstständig mit unabhängiger lokaler Konfiguration betrieben werden.
  • abnehmbare Antennen. Der APs enthält Montagevorrichtungen, um mit externen Antennen zB. für bestehende Sektor- oder Panelantennen betrieben zu werden.
  • VLANs und 802.1q. Für mich immer wichtig, mehrere Netze über VLANs zuführen zu können und als separate SSIDs auszusenden (4 SSIDs sind gleichzeitig je Frequenz je AP möglich, die beiden Frequenzen können für unterschiedliche SSID-Konfigurationen genutzt werden)

Außerdem kann der UAP AC Mesh an vorhandene Wandhalterungen oder Antenna mounts  (zB. AirMax Antennen oder Unifi Sektor-Antennen) montiert werden (zB. für die Rocket-Serie).

UAP AC Mesh Pro

Was mir zum Unifi UAP AC Mesh Pro als erstes auffällt: er ist erheblich größer! 34,32×18,12 cm ergeben eine ziemlich eindrucksvolle Fläche, für eine Außenmontage auf einem Mast werde ich hier die Windlast speziell berücksichtigen.

Obwohl das Gerät wie eine Panelantenne aussieht, handelt es ich um einen Rundstrahler. Drei Antennen mit 8 dbi Gewinn sind verbaut, wodurch 3×3 MIMO möglich ist und nominal 5 GHz 802.11ac 1.300 MBit/s (1,3 GBit/s!), sowie für 2,4 GHz 450 Mbit/s möglich werden. Natürlich werden die Bandbreiten nur erreicht, wenn auch das Endgerät das Senden und Empfangen über 3 Antennen ermöglicht.

Hinsichtlich PoE wird beim Pro nur 802.3af unterstützt.

Erwähnenswert ist noch, dass der Pro über zwei Gigabit-Ethernet-Ports verfügt, wodurch es möglich ist, weitere Access Points „hinter“ dem Unifi UAP Mesh Pro zu betreiben (Daisy Chain).

Mesh?

Ich finde den Namen „Mesh“ etwas verfänglich: bei Mesh Network denke ich immer an Netztopologien ähnlich zu Funkfeuer. Also zu weit verteilten Netzen, wo WLAN-Systeme oder -Knoten mit mehreren anderen Systemen oder Knoten verbunden sind.

Für die hier beschriebenen Produkte finde ich das nicht ganz passend: Unifi Systeme können zwar über „Wireless Uplink“ einen Access Point über einen anderen AP anbinden. Allerdings kann ein AP, der nur ohne Kabel verbunden ist, das Signal nicht an noch einen weiteren AP weiterreichen.
(Update Februar 2017: siehe Kommentar von Harry unten, es ist bei den Mesh-Produkten möglich, auch mehrere Access Points untereinander über Wireless Uplink zu verbinden: https://help.ubnt.com/hc/en-us/articles/115002262328-UniFi-Feature-Guide-Wireless-Uplink).

Unpacking

Ich habe mich bemüht, recht zeitig nach Erscheinen der Produkte zwei Unifi UAP AC Mesh zu bestellen, da ich schon dringend ein paar Außenbereiche mit WLAN versorgen müsste, das aber bisher nur halbherzig gemacht habe, da ja die bisher verfügbaren Produkte nicht zufriedenstellend waren.

Ubiquiti hat scheinbar das Design des Zubehörs angepasst. Neu ist nämlich, dass das Netzteil und das Kabel weiß – wie der AP selbst – sind. Das Netzteil entspricht den Spezifikationen der bisherigen Produkte für 24V Gigabit passive PoE (0,5 A), ich finde abgesehen von Farbe (und der abgerundeten Form) keine technischen Unterschiede. Jedenfalls möchte ich darauf hinweisen, dass – obwohl ältere Netzteile funktionieren – darauf geachtet werden soll, dass Gigabit unterstützt wird. Schließlich ermöglicht der Access Point ja Bandbreiten, bei denen man nicht möchte, dass dann das Netzteil zum Flaschenhals wird.

Ansonst wirkt der Access Point robust, die beiden Antennen sind abschraubbar (RP-SMA-Anschlüsse). Es können also jederzeit externe Antennen angeschlossen werden. UAP AC Mesh können gemeinsam mit AirMax-Antennen oder -Sektor-Antennen genutzt werden, die bisher zB. für die Rocket-Produkte oder Outdoor+/Outdoor5  gedacht waren.

Eine Signal-LED auf der Seite des Access Points zeigt – wie auch bei anderen Unifi-Produkten üblich – den Status des Access Points:

Das Einbinden in den Unifi Controller funktioniert problemlos. Das Gerät wird sofort erkannt, ein Software-Upgrade wird angeboten und man kann es problemlos adoptieren. ich habe das richtige Profil zugewiesen und kurz darauf haben sich schon die ersten Clients verbunden. Fertig.

Das ging wirklich so schnell, dass ich dann noch versucht habe, den Unifi UAP AC Mesh über einen Wireless Uplink einzubinden. Auch hier hat alles klaglos funktioniert.

Die Signalstärken sind einwandfrei: auch mit zwei Wänden und einem Abstand von 25 Metern zum Access Point bekomme ich -65 dB angezeigt.

Fazit

Ich werde wohl vermehrt auf den Unifi UAP AC Mesh setzen, nachdem er universell in Gebäuden wie im Freien eingesetzt werden kann. Der Unifi UAP AC Mesh Pro bietet in Umgebungen mit vielen Clients aufgrund der zusätzlichen Antenne Vorteile, ich habe jedoch kaum Umgebungen, bei denen ich > 30 Geräte je AP versorgen muss.

speedtest.py für Ubiquiti EdgeRouter

Vor kurzem habe ich einen Beitrag über speedtest-cli verfasst, weil man damit Speedtests auf der Kommandozeile von Ubiquiti EdgeRoutern oder EdgePoints automatisieren kann.

Hinweis: im ursprünglichen Beitrag zu diesem Tool sind die Möglichkeiten genauer beschrieben. Ich empfehle, auch einen Blick dorthin zu riskieren.

Ich erstelle beispielsweise jeden Tag in der Früh einen Report über die Geschwindigkeiten auf meinen Funkfeuer-Standorten. Den Report erhalte ich per Email und kann daran die Performance der weit entfernten Standorte erkennen.

Seit kurzem ist speedtest-cli allerdings durch speedtest.py abgelöst worden. Das Tool speedtest.py wurde vom gleichen Developer entwickelt. Es erscheint beim Aufruf von speedtest-cli folgende Meldung:

The file speedtest_cli.py has been deprecated in favor of speedtest.py

Details zu speedtest.py sind weiterhin hier zu finden: https://github.com/sivel/speedtest-cli

Es kann über folgende Kommandos installiert werden (analog zur bisherigen Anleitung, aber natürlich von anderer Quelle):

curl -o /config/user-data/speedtest.py https://raw.githubusercontent.com/sivel/speedtest-cli/master/speedtest.py
chmod u+x /config/user-data/speedtest.py

gestartet wird ein Test entsprechend über folgenden Aufruf:

/config/user-data/speedtest.py

Es gibt einige praktische Kommandozeilenoptionen, die haben sich durch das Update nicht verändert und habe ich im ursprünglichen Blogbeitrag ausführlicher vorgestellt.

Ubiquiti UniFi AC Access Points kurz betrachtet

In einem früheren Beitrag habe ich bereits beschrieben, warum ich baulich für eine ordentliche WLAN-Versorgung in meiner Wohnung ein ordentliches WLAN-System möchte.

Ich habe mich ja damals für ein Unifi System von Ubiquiti entschieden und das nie bereut. Auch die Migration zur „neuen Generation“ (Wave 2?) von Unifi AC Geräten (AC = sie unterstützen den aktuellen WLAN-Standard 802.11ac) hat problemlos funktioniert.

Nachtrag Jänner 2017: mittlerweile sind auch 802.11ac-fähgie Geräte im leistbaren Segment für Außeninstallationen erschienen, die ich in einem separaten Artikel vorstelle. Diese Geräte eigenen sich auch gut für den Innenbereich.

Hier möchte ich einen die Vor- & Nachteile der einzelnen Produkte diskutieren und meine Erfahrung im Einsatz beitragen.

Folgende Access Points gibt es in dieser Reihe:

  • der Ubiquiti Unifi UAP AC LITE ist übrigens mein Favorit, weil er im Normalfalls ausreichend ist
  • der Unifi UAP AC LR ist das Long Range-Modell mit höherem Antennengewinn und dadurch besserer Reichweite
  • der Unifi UAP AC PRO ermöglicht mit 3×3 MIMO höhere Bandbreiten (kommt aber nur in Frage, wenn die Endgeräte 3×3 MIMO unterstützen)
  • Unifi UAP AC EDU für Campus-Umgebungen ermöglich Durchsagen über eingebaute Lautsprecher

Leider habe ich keine Anwendung für einen Unifi UAP AC EDU und daher keinen testen können.

Unifi UAP AC Lite

Damit fange ich gleich mit meinem Favoriten an: dem Unifi UAP AC LITE Access Point.

Der AC Lite unterstützt beide Frequenzbänder (2,4 GHz und 5 GHz), natürlich den neuen 802.11ac-Standard (ist aber auch kompatibel zu älteren WLAN-Standards 802.11a/b/g/n/ac), liefert mit 2×2 MIMO im 5 GHz-Band bis zu 867 MBit/s zu den Clients und ist dank 24 V passive PoE mit meinem bestehenden System kompatibel. Im 2,4 GHz Band schafft er 300 MBit/s (802.11n).

Das Gerät ist preisgünstig und kann einerseits als eigenständiges Gerät betrieben werden (Konfiguration über Android App) oder wird in das Unifi-System integriert: damit wird der AP von einem Unifi Controller (zB. Ubiquiti Cloud Key, läuft aber auch zB. auf einem Raspberry oder über eine App im Synology NAS) zentral konfiguriert und gemonitored. Das Anlegen oder Ändern einer SSID in einer Umgebung mit vielen Access Points ist somit sehr bequem zu bewerkstelligen. Je AP und Frequenz werden übrigens 4 SSIDs unterstützt.

Dieser Access Point hat für mich das beste Preis-/Leistungsverhältnis. Er erfüllt alle meine Anforderungen. Ich habe damit auch bereits mehr als 30 WLAN-Geräte gleichzeitig erfolgreich bedient und bisher keine Kapazitätsgrenzen kennengelernt.

Auch beim Roaming mit anderen Unifi AC APs gibt es keine Probleme. Ich verwende dazu kein ZH (Zero Handoff, dabei unterstützen die Access Points den Roaming-Vorgang) und es geht trotzdem wunderbar. Ohne ZH kann jeder AP eine anderen Funkkanal nutzen und stört bzw. überlappt nicht mit den anderen APs.

Unifi UAP AC Pro

Der AC Pro Access Point ist dem LITE sehr ähnlich, unterstützt jedoch 3×3 MIMO, wodurch er 1.300 MBit/s (1,3 GBit/s!) zu den Endgeräten verspricht und wird durch PoE (802.3af oder 802.3at) versorgt. Eine Versorgung durch 24 V PoE ist nicht möglich.

Hinsichtlich Management unterstützt der AP Pro alle oben genannten Methoden.

Unifi UAP AC LR

Die Long Range-Version beinhaltet eine Antenne mit höherem Gewinn. Das ist ermöglicht in vielen Ländern eine höhere Reichweite beim Senden. Da in Österreich (und wie ich glaube in der ganzen EU) die Sendeleistung nach EIRP beschränkt ist, darf der AC LR bei korrekter Ländereinstellung bei uns nicht mit voller Leistung senden.

Die „bessere“ Antenne wirkt aber auch empfangsseitig. Und das ist aus meiner Sicht die große Stärke dieses Modells. In schwierigen Umgebungen (zB. Gebäuden mit dicken Mauern) habe ich damit erheblich bessere Ergebnisse erzielt (Bandbreite und Stabilität). Ich bin teilweise ganz erstaunt gewesen, wie zuverlässig der AP LR über große Entfernungen in Gebäuden noch problemlos funktioniert hat.

Fazit: ich empfehle ja normalerweise immer den Ubiquiti Unifi UAP AC LITE, aber für schwierige Funksituationen empfehle ich, auf den Unifi UAP AC LR auszuweichen.

Erfahrungen

Meine Erfahrungen mit diesen Geräten sind jeweils top. Sie funktionieren zuverlässig, haben höchste Kompatibilität (es hat nie Probleme gegeben, dass sich jemand nicht verbinden konnte) und das Management über den Unifi Controller, den ich unter Ubuntu Linux laufen habe, funktioniert super!

Ich verwende die APs gemeinsam mit einem UAP Outdoor und einer Picostation M2 HP und habe auch beim Roaming keine Probleme. (Anmerkung: Der Outdoor+ und die Picostation unterstützen nur 2,4 GHz.  Falls jemand gute Outdoor-APs sucht, gibt es hier in Kürze einen Artikel über die neuen Unifi UAP Mesh (Nachtrag Jänner 2017: der Beitrag ist mittlerweile verfügbar). Die sind moderner und daher empfehlenswerter als der Outdoor+ und die Picostation.)

Näheres zu meiner Konfiguration mit dem Unifi Controller habe ich in einem älteren Beitrag beschrieben. Die Produkte dort sind mittlerweile veraltert, aber die Funktionen des Controllers sind weiterhin gültig.

Ich betreibe mit den Access Points einen Funkfeuer-Hotspot und sehe eigentlich jeden Tag einzelne User, die den Dienst nutzen. Für den Hotspot wird auch eine Landing Page vorgeschaltet und dann ein Redirect auf www.funkfeuer.at erzwungen. Alles funktioniert seit Monaten einwandfrei. (Das System schon über einem Jahr, aber die UAP ACs habe ich erst ein halbes Jahr damit im Einsatz).

Speedtest über Ubiquiti Edgerouter CLI

Ich betreibe mehrere Standorte, die im Wiener Funkfeuer-Netz verteilt sind. Mich interessiert die Performance (vor allem die Bandbreite vom bzw. zum Internet), die ja abhängig von Tages- oder Jahreszeit schwanken kann.

Update Dezember 2016: das Tool speedtest-cli ist durch speedtest.py, das vom gleichen Entwickler geschrieben wurde und die gleichen Möglichkeiten bietet, abgelöst worden. Die Installation ist daher abweichend. Ich habe die neue Vorgehensweise in einem neuen Beitrag erklärt. Die hier beschriebenen Optionen und Möglichkeit haben jedoch weiterhin Gültigkeit.

Bisherwar ich recht erfolgreich mit Bandbreite iPerf. Dazu benötige ich aber zwei Geräte, zwischen denen dann die Bandbreite gemessen wird – das ist die richtige Methode, wenn man zB. eine Funk-Verbindung zwischen zwei Geräten messen möchte. Aber wenn ich die Internet-Performance messen möchte, muss ich zwei Geräte bedienen.  Die Ergebnisse sind dafür belastbar, sind nachvollziehbar/plausibel und spiegeln die erlebte Performance wider.

Wenn ich vor Ort bin, nutze ich die Speedtest-App (hier der Link für iOS/iPhone/iPad) von Ookla Speedtest.net oder den RTR Netztest (auch für iOS/iPhone/iPad). Diese App gefällt mir in letzter Zeit sogar besser, weil auch viele andere Werte geprüft werden.

Für die Ubiquiti EdgeRouter oder Ubiquiti EdgePoints, die wir in letzter Zeit gerne einsetzen, gibt es da eine einfache Möglichkeit:

Installation: Speedtest für CLI

Heute haben mir Freunde ein Messergebnis geschickt, das eindeutig über die CLI gemessen wurde. Dabei ist mir die Idee gekommen, auch meine EdgeRouter (und EdgePoints, also die Outdoor-Variante) damit auszurüsten und in Zukunft selbst gemütlich über die CLI testen zu können. Also hab‘ ich mir das gleich angesehen:

Auf Github findet man das Python Script speedtest-cli: https://github.com/sivel/speedtest-cli

Man benötigt nur das .py-Script, das recht einfach am EdgeRouter heruntergeladen werden kann. Damit es auch nach einem Update des Routers verfügbar bleibt, speichere ich es in /config/user-data:

curl -o /config/user-data/speedtest_cli.py https://raw.githubusercontent.com/sivel/speedtest-cli/master/speedtest_cli.py

(Weil wget im Standard-Image nicht installiert ist, verwende ich curl -o. Weil unzip nicht verfügbar ist, lade ich das .py-Script vom letzten master-Branch raw von github).

Danach markiere ich das Script als ausführbar:

chmod u+x /config/user-data/speedtest_cli.py

Und schon kann’s losgehen, ich starte einen Speedtest mittels:

/config/user-data/speedtest_cli.py

Das Ergebnis überzeugt mich:

speedtest_cli1

Optionen

Es gibt noch ein paar erwähnenswerte Optionen zu dem Tool. Vor allem –simple könnte zB. für Scripts interessant sein:

–simple zeigt nur den Output an: Ping/RTT, Download- & Uploadraten.

/config/user-data/speedtest_cli.py --simple

ergibt:

Ping: 26.968 ms
Download: 38.36 Mbit/s
Upload: 27.19 Mbit/s

speedtest_cli2–share liefert eine URL zurück, bei der das Ergebnis grafisch dargestellt wird:

–server SERVER-ID nutzt den Zielserver mit der entsprechenden ID. Diese kann man in der Liste aller verfügbaren Server finden, welche  mittels –list abgerufen wird

–secure nutzt https statt http für die Test

–version liefert die Versionsnummer zurück

OLSRd (RFC3626) EdgeRouter Installation

olsrd-pinguinDamit man Ubiquiti EdgeRouter und Ubiquiti EdgePoint-Geräte im Netz von Funkfeuer Wien als Router betreiben kann, ist es notwendig, einen dynamischen Routing Daemon zu installieren. Bei Funkfeuer Wien ist das aktuell OLSRd (Open Link State Routing Daemon in Version 1). Dieser erkennt über zB. Funkstrecken die Router an den Gegenstellen und tauscht IP-Adressdaten aus, damit man selbst erreichbar ist und auch das Internet oder andere Standorte erreichen kann. Dieser Routing Daemon funktioniert sowohl für IPv4 als auch IPv6. Nähere Informationen zur Funktionsweise von dynamischem bzw. adaptivem Routing findet man bei Wikipedia.

Installation

Um die Installation möglichst einfach zu gestalten, hat Christoph Lösch, ein engagierter Kollege von Funkfeuer Wien, einen Wizard erstellt. Dieser Wizard kann über das Webinterface der EdgeRouters installiert und konfiguriert werden und stellt alle benötigten Funktionen und Optionen zur Verfügung.

Zum Download steht der Wizard auf github bereit. Die jeweils aktuellste Version findet ihr hier:
https://github.com/vchrizz/ER-wizard-OLSRd_V1/releases/latest

Installiert wird der Wizard, indem man am EdgeRouter auf den Tab „Wizards“ klickt und danach das „+“ bei „Feature Wizards“ klickt. Dort kann man die Version hochladen, die man bei Github gefunden hat und als Namen zB. „OLSRd_V1“ vergeben. Unter diesem Namen scheint der Wizard dann auch auf.

Seit Version 1.3 (Update 3, u3 vom Oktober 2016) enthält der Wizard auch die olsrd-Pakete. Davor musste man diese separat hochladen, oder den Router online bringen, damit der Wizard die Pakete selbst vom Internet nachlädt.

olsrd-wizardNach der Installation sieht man beim „Package Status“ hoffentlich zwei „Success“-Meldungen: eine für den Routing Daemon selbst (olsrd) und eine für die Plugins (olsrd-plugins). Mit den Plugins ist es möglich, Informationen über das Routingprotokoll zB. per http abzurufen.

Sofern alles geklappt hat, kann man nun folgende Optionen anhaken:

  • Setup Script,
  • Enable OLSR daemon,
  • Run OLSR daemon (on boot, if enabled)
  • und das bzw. die Interface(s) wählen, bei denen OLSRd aktiv sein soll. Das sind in der Regel die Interfaces mit den öffentlichen IP-Adressen.
    Bitte aktiviert OLSRd nicht auf den privaten IPs, da diese sonst auch im Netz geroutet werden.

Die gleichen Optionen wählt man (bei Bedarf) auch für IPv6.

Danach klickt man auf „Restart OLSR daemon(s) on ‚Apply'“, damit die Änderungen auch vom Routingprozess übernommen werden und wählt „Apply“. Kurze Zeit später sollte der Router online sein.

olsrd-pluginÜberprüfen kann man das über die OLSRd Plugins, zB. httpinfo (wenn aktiviert) über die IP des Routers und Port 8080 für IPv4 oder Port 8081 für IPv6. Falls dort nichts antwortet, prüft bei den Einstellungen des Wizards, ob die entsprechenden Plugins auch aktiviert sind.

Setup Script

Im Zuge der Installation haben wir die Option „Setup Script“ aktiviert. Ich empfehle, das dauerhaft aktiviert zu lassen. Dadurch prüft der Wizard bei jedem Reboot, ob die olsrd-Pakete ordentlich installiert sind bzw. würde sie ggf. neu installieren. Das ist zum Beispiel bei einem Upgrade des Images des EdgeRouters nötig – der Wizard bleibt nach einem Upgrade erhalten, aber die olsrd-Pakete sind nicht mehr installiert; das erledigt das Setup-Script beim ersten Bootvorgang mit der neuen EdgeOS-Version.

Wizard updaten

Da Christoph und die Community fleißig neue Funktionen integrieren und ggf. auch neue Versionen von olsrd mit Bugfixes oder sicherheitsrelevante Updates erscheinen, könnte es sinnvoll sein, den Wizard zu aktualisieren und damit die Umgebung up-to-date zu halten.

Der Vorgang dafür ist sehr einfach: den Wizard mittels des Buttons „Delete From List“ ganz unten in den Wizard-Optionen entfernen und gleich darauf die neue Version installieren.

Modelle

Getestet habe ich den Wizard mit folgenden EdgeRoutern:

Der Wizard soll auch auf anderen EdgeRouter-Modellen funktionieren, da er die Plattform (mips vs. mipsel) selbstständig erkennt und korrekt installiert.

Mehr zu dem Thema

gibt es hier:

Lösungsvorschläge für den Ubiquiti AirOS AiRMAX Hack vom Mai 2016 im Netz von Funkfeuer Wien

airoslogin-motherAm 13. +14. Mai 2016 wurde eine Sicherheitslücke (vmtl. im Webserver) der Ubiquiti Airmax Antennen mit AirOS Software ausgenutzt. Die Gesamtzahl der Standorte ist von etwa 230 aktiven Knoten auf knapp mehr als 150 Nodes zurückgegangen, die  unmittelbar nach der Attacke noch online waren. Mittlerweile geht die Zahl zum Glück wieder nach oben.

Aus jetziger Sicht platziert der Hack einige Dateien unter /etc/persistent. Außerdem werden die Login-Daten überschrieben und SSH-Keys installiert, mit denen ein Hacker von außen weiterhin auf die Antenne zugreifen kann.

Sollten Spuren des Hacks auf einer Antenne auftauchen, ist es jedenfalls empfehlenswert, per TFTP ein Image neu zu laden und die Antenne neu zu konfigurieren. Die Vorschläge weiter unten in diesem Text sind eher als Sofortmaßnahme gedacht, um die Antennen rasch wieder online zu bekommen.

Auswirkungen / Festellen des Hacks

Ich habe zwei Auswirkungen des Problems auf meinen Antennen festgestellt:

  • Großteils sind die Antennen auf Werkseinstellungen zurückgesetzt und daher über 192.168.1.20 mit Username „ubnt“ und Passwort „ubnt“ erreichbar. Eine Veränderung an den Antennen konnte ich nicht feststellen, wodurch das Einspielen eines Backups bzw. eine Neukonfiguration das Problem rasch löst. Idealerweise flasht man die Antenne per TFTP neu. Leider muss man diese Schritte vmtl. vor Ort durchführen, also hinfahren…
  • ubnt-hackManche Antennen sind noch online, aber ich kann mich nicht mehr mit dem bekannten Passwort anmelden. Wenn die Antenne „erfolgreich“ gehackt ist, wurden Username + Passwort auf „mother“ und „fucker“ geändert. Mein „ubnt“-User hat nicht mehr funktioniert, obwohl er in der /etc/passwd noch enthalten ist. Seit dem Entfernen des Hacks funktioniert mein ubnt-User wieder normal. Das Passwort ändert man zur Sicherheit trotzdem.
    Im Verzeichnis /etc/persistent/ findet man außerdem mehrere Files als Hinweis auf den Hack. Diese Antenne ist somit vom Virus befallen und muss gesäubert werden!

Details zum Hack

Details findet ihr im Forum von Ubiquiti Networks. Aktuell beginnen auch erste Händler entsprechende Hinweise zu posten:

Lösungsstrategien

Zuerst muss man feststellen, ob sich die Antenne im Werkszustand befindet oder nicht. Wenn sie über 192.168.1.20 mit Username „ubnt“ und Passwort „ubnt“ per Webbrowser erreichbar ist, kann man wie gewohnt die Konfiguration durchführen bzw. ein Backup einspielen. Besser ist es, zur Sicherheit per TFTP neu zu flashen. Dann kann man wirklich davon ausgehen, dass kein Schadcode erhalten bleibt.

Wichtig: zum Abschluss muss die Firewall konfiguriert werden, sodass Zugriffe über http und https nur von vertrauenswürdigen IP-Adressen möglich sind. Siehe dazu „Konfiguration der Firewall“.

Entfernen des Virus

Falls die Antenne erreichbar ist, gehört unbedingt geprüft, ob der bisherige Login noch funktioniert. Wenn die Antenne gehackt wurde, muss man ab sofort mit den Daten des Hackers, Username „mother“ und Passwort „fucker“, einloggen.

Es gibt ein Removal Tool, das auf Java basiert, von Ubiquiti zum dem Problem: https://community.ubnt.com/t5/airMAX-General-Discussion/Virus-attack-URGENT-UBNT/m-p/1563869

Alternativ gibt es auf Github ein Script, das aber auch den Standard-Port des Webserver auf 81 setzt: https://github.com/diegocanton/remove_ubnt_mf/

Update 16.5.2016: angeblich verbleiben ein paar ipks installiert, es ist somit ein Reset auf Werkseinstellungen (noch besser: per TFTP neu flashen) dem Entfernen/desinfect-Script zu bevorzugen, siehe auch: https://lists.funkfeuer.at/pipermail/wien/2016-May/012228.html

Update 17.5.2016: Ubiquiti stellt eine Android App – ein Virus Removal Tool – zur Verfügung: https://play.google.com/store/apps/details?id=virusfixer.ubnt.com.ubntvirusremoval

Ich habe mir erlaubt, das desinfect.sh-Script (Ausgangspunkt ist commit #c841d87) von Github zu übernehmen und einige Funktionen anzupassen, damit es für meine Zwecke passt.

Funktionsübersicht:

  • das Script wird lokal auf der Antenne über SSH ausgeführt.
  • das Script überprüft, ob die Antenne infiziert ist.
  • die infizierten/veränderten Files werden gelöscht
  • die Accounts für „mcad“, „mcuser“ und „mother“ in /etc/inittab und /etc/passwd werden gelöscht
  • die Änderungen werden persistent gespeichert
  • Prozesse des Hacks werden gekillt
  • wichtig: danach muss die Firewall (siehe unten) konfiguriert und rebootet werden!

Das angepasste Script findet ihr unten und zum Download hier:

#!/bin/sh
# This script removes the Ubiquiti AirOS hack
# Script is based on this work:
# https://github.com/diegocanton/remove_ubnt_mf
# Colaboration: Alexandre Jeronimo Correa - Onda Internet, PVi1 (Git user)
# modified 2016/05/16 by Stefan Schultheis
FILE=/etc/persistent/mf.tar

# Check virus
if [ -e "$FILE" ] ; then
    echo "Infected :("
    #Access folder
    cd /etc/persistent
    #Remove the virus
    rm mf.tar
    rm -Rf .mf
    rm -Rf mcuser
    rm rc.poststart
    rm rc.prestart
    #Remove mcuser in passwd - by Alexandre
    sed -ir '/mcad/ c ' /etc/inittab
    sed -ir '/mcuser/ c ' /etc/passwd
    sed -ir '/mother/ c ' /etc/passwd
    #Write new config
    cfgmtd -w -p /etc/
    #Kill process - by Alexandre
    kill -HUP `/bin/pidof init`
    kill -9 `/bin/pidof mcad`
    kill -9 `/bin/pidof init`
    kill -9 `/bin/pidof search`
    kill -9 `/bin/pidof mother`
    kill -9 `/bin/pidof sleep`
    echo "Clear Completed :)"
else
    echo "Clear :) No actions"
    exit
fi

Wichtig: zum Abschluss muss die Firewall konfiguriert werden, sodass Zugriffe über http, https und ssh nur von vertrauenswürdigen IP-Adressen möglich sind. Siehe dazu „Konfiguration der Firewall“.

Achtung bei Upgrade zu AirOS 5.6.5

Ubiquiti scheint ein Upgrade zu AirOS 5.6.5 zu empfehlen. Hier ist zu beachten, dass es

  1. keine Unterstützung für den Routing-Daemon OLSRd dort gibt,
  2. keine Custom Scripts (/etc/persistent/rc.*) mehr gibt! Dadurch kann die bestehende Funktion eingeschränkt sein!

Konfiguration der Firewall

Ich schalte mir nur einzelne IP-Adressen für den Zugriff auf die Webinterfaces frei, das mache ich mit folgenden iptables-Regeln. Hier werden künftig nur mehr Zugriffe aus 78.41.113.x und 78.41.113.y zugelassen (bitte eigene IPs einsetzen).

touch /etc/persistent/rc.poststart
echo "iptables -F" >> /etc/persistent/rc.poststart
echo "iptables -A INPUT -s 78.41.113.x -j ACCEPT" >> /etc/persistent/rc.poststart
echo "iptables -A INPUT -s 78.41.113.y -j ACCEPT" >> /etc/persistent/rc.poststart
echo "iptables -A INPUT -p tcp --dport 80 -j DROP 2>/dev/null" >> /etc/persistent/rc.poststart
echo "iptables -A INPUT -p tcp --dport 443 -j DROP 2>/dev/null" >> /etc/persistent/rc.poststart
echo "iptables -A INPUT -p tcp -i lo --dport 443 -j DROP 2>/dev/null" >> /etc/persistent/rc.poststart
cfgmtd -w -p /etc/

Ich empfehle darüber nachzudenken, ob man nicht die Erreichbarkeit von SSH ebenfalls auf ein paar weniger IPs beschränken möchte.

Nach einem Reboot ist die Antenne nur mehr von den oben eingetragenen IPs erreichbar.

Unifi AP-AC-Pro: erste Eindrücke

Heute habe ich meinen ersten Unifi AP AC Pro erhalten. Eigentlich hat der Händler die Geräte – nach eigenen Angaben – erst ab Jänner 2016 lieferbar, aber ein einzelnes Gerät konnte er mir reservieren und schicken.


Update Dezember 2016: mittlerweile gibt es modernere Access Points, als ich in diesem Beitrag beschreibe. Ich habe dazu einen anderen Blogbeitrag verfasst und würde empfehlen, eher ein Produkt der moderneren UAP AC-Serie zu wählen, falls dieser Artikel zu einer Kaufentscheidung herangezogen wird.


Nachtrag Jänner 2017: mittlerweile sind auch 802.11ac-fähgie Geräte im leistbaren Segment für Außeninstallationen erschienen, die ich in einem separaten Artikel vorstelle. Diese Geräte eigenen sich auch gut für den Innenbereich.


Optik und Montage

Optisch sieht das Gerät den anderen (runden) Unifi APs sehr ähnlich, als Unterschied fällt mir eigentlich nur das neue Ubiquti-Logo auf. Ich möchte einen Unifi AP LR ersetzen, die Montagehalterung ist die gleiche bzw. passt und so musste ich nur den alten von der Halterung herunterdrehen und den neuen AP reindrehen. Das klingt ein bißerl einfacher, als es tatsächlich ist: die Öffnung für den Schraubenzieher, mit dem der AP gehalten wird, hat mich ganz schön ins Schwitzen gebracht, aber es war zu schaffen.

Inbetriebnahme

Das Gerät hat sich sofort an meinem lokalen Unifi Controller angemeldet und problemlos adoptieren lassen und ich habe das WLAN-Profil für zu Hause ausgewählt.

Ich verwende die aktuelle Version 4.7.5 des Controllers. Der AP wurde mit SW Version 3.4.7.3231, die mit einem Klick auf „Upgrade“ rasch auf 3.4.7.3284 gehoben war.

Und schon haben sich die ersten Geräte über den neuen AP verbunden.

Neu: Konfiguration per Handy App

Ich habe es nicht selbst probiert, aber die neue Generation von Unifi APs können per Smartphone-App (derzeit nur Android App) konfiguriert werden und benötigen somit keinen Unifi-Controller bei der Inbetriebnahme!

erste Tests

windowsacViele Geräte verbinden sich lieber über 2,4 GHz und 802.11n-Standard. Nur einzelne Laptops und Smartphones nutzen den 802.11ac-Standard auf 5 GHz. Sie zeigen aber Übertragungsraten von mehr als 300 MBit/s an (im Bild sind es 780 MBit/s, also 2×2 MIMO mit 802.11ac bei 80 MHz Kanalbreite – das Maximum wäre 867 MBit/s). Meine Tests haben derzeit keine gesteigerte Bandbreite ergeben, aber ich möchte das in den nächsten Tagen noch genauer testen.

Was mir auffällt

Ein paar neue Features sieht man sofort im Unifi Controller:

  • unifi-rf-environmentRF environment

Damit scannt der Access Point die Umgebung (alle Clients verlieren derweil die Verbindung, es wird jedoch mit einer kurzen Warnung darauf hingewiesen) und zeigt die Belegung der Kanäle und deren Rauschen (Interference) an. Das finde ich sehr interessant, weil man so auch aus der Ferne einen möglichst idealen Kanal finden und konfigurieren kann.

  • unifi-5ghz-kanäle-acKanalauswahl

Bei 2,4 GHz bietet der AP die üblichen 13 WLAN Kanäle an.
Bei 5 GHz kann man jedoch nur aus Kanal 36, 40, 44 und 48 wählen. Der Grund liegt wohl darin, dass bei diesen Indoor-Kanälen kein DFS gefordert ist bzw. offenbar die APs derzeit DFS nicht unterstützen. Aufgrund meiner Ländereinstellung „Austria“ werden somit die anderen Kanäle ausgeblendet.

  • unifi-rf-env5ghzKanalbandbreite

Standardmäßig werden 40 MHz Kanalbandbreite genutzt. Man kann diese Einstellung auf 20 MHz reduzieren oder auf 80 MHz erweitern. Die Top-Geschwindigkeiten sind natürlich nur mit 80 MHz zu erzielen. Nachdem nur 4 Kanäle zur Verfügung stehen, kommt es hier leider zu Überschneidungen, sobald man 40 oder 80 MHz Kanalbandbreite einstellt.

Fazit

Das Gerät war superschnell installiert und in Betrieb genommen – vor allem, da ich es ja in meine bestehende Unifi-Umgebung integriert habe. Ich würde mir noch DFS-Unterstützung wünschen, damit auch alle, oder zumindest mehr als 4 Kanäle, zur Verfügung stehen.

Aktivieren von radvd am Ubiquiti Edgerouter für IPv6 Prefix Delegation

Ich nutze immer noch gerne und erfolgreich den Ubiquiti Edgerouter X SFP als Router in meinem LAN.

Da ich über Funkfeuer ja auch IPv6 nutzen kann, möchte ich das nun in meinem LAN einrichten und offizielle IPv6-Adressen (ohne NAT) den Endgeräten zuweisen.

Die IPv6-Adressen an den Interfaces lassen sich ja problemlos über das Webinterface konfigurieren. Aber es gibt im Webinterface keine Möglichkeit zu stateless oder stateful IPv6-Adressvergabe (zB. über DHCPv6 oder radvd). Dazu muss man kurz über SSH einloggen und die Kommandos textbasiert eingeben.

Routing ist ja praktischerweise aufgedreht. Dass alles funktioniert, habe ich getestet, indem ich meinem PC eine IPv6-Adresse aus meinem LAN-Bereich statisch vergeben habe. Zugriff auf Webseiten über IPv6 hat sofort klaglos funktioniert.

Also habe ich mit diesen zwei Zeilen rasch radvd auf dem LAN-Interface (bei mir eth1) aktiviert:

configure
set interfaces ethernet eth1 ipv6 router-advert prefix ::/64
set interfaces ethernet eth1 ipv6 router-advert radvd-options "RDNSS 2001:4860:4860::8888 {};"
commit
save

…und schon bekommen Geräte (teilw. sogar ohne neu verbinden zu müssen) IPv6-Adressen vergeben und nutzen IPv6!

Testen kann man das schnell über einen Aufruf auf http://ip6.me – dort wird die IPv6-Adresse angezeigt, falls man über IPv6 hinsurft. Falls eine IPv4-Adresse aufscheint, funktioniert etwas mit dem IPv6 noch nicht und das Endgerät ist selbstständig zu IPv4 zurückgekehrt.

Mit dem Thema IPv6 Firewall sollte man sich noch auseinander setzen, falls man nicht möchte, dass intern plötzlich alles über öffentliche IPv6-Adressen erreichbar ist…
Einen Vorschlag dazu gibt es zB. hier: https://community.ubnt.com/t5/EdgeMAX/1-6-DHCPv6-PD-with-RDNSS-on-Telenet-in-Belgium/td-p/1100485 Dieses Beispiel hat bei mir einwandfrei funktioniert, um eingehende Verbindungen abzulehnen:

configure
set firewall ipv6-name WANv6_IN default-action drop
set firewall ipv6-name WANv6_IN description 'WAN inbound traffic forwarded to LAN'
set firewall ipv6-name WANv6_IN enable-default-log
set firewall ipv6-name WANv6_IN rule 10 action accept
set firewall ipv6-name WANv6_IN rule 10 description 'Allow established/related sessions'
set firewall ipv6-name WANv6_IN rule 10 state established enable
set firewall ipv6-name WANv6_IN rule 10 state related enable
set firewall ipv6-name WANv6_IN rule 20 action drop
set firewall ipv6-name WANv6_IN rule 20 description 'Drop invalid state'
set firewall ipv6-name WANv6_IN rule 20 state invalid enable
set firewall ipv6-name WANv6_IN rule 30 action accept
set firewall ipv6-name WANv6_IN rule 30 description 'Allow IPv6 icmp'
set firewall ipv6-name WANv6_IN rule 30 protocol ipv6-icmp

set firewall ipv6-name WANv6_LOCAL default-action drop
set firewall ipv6-name WANv6_LOCAL description 'WAN inbound traffic to the router'
set firewall ipv6-name WANv6_LOCAL enable-default-log
set firewall ipv6-name WANv6_LOCAL rule 10 action accept
set firewall ipv6-name WANv6_LOCAL rule 10 description 'Allow established/related sessions'
set firewall ipv6-name WANv6_LOCAL rule 10 state established enable
set firewall ipv6-name WANv6_LOCAL rule 10 state related enable
set firewall ipv6-name WANv6_LOCAL rule 20 action drop
set firewall ipv6-name WANv6_LOCAL rule 20 description 'Drop invalid state'
set firewall ipv6-name WANv6_LOCAL rule 20 state invalid enable
set firewall ipv6-name WANv6_LOCAL rule 30 action accept
set firewall ipv6-name WANv6_LOCAL rule 30 description 'Allow IPv6 icmp'
set firewall ipv6-name WANv6_LOCAL rule 30 protocol ipv6-icmp
set firewall ipv6-name WANv6_LOCAL rule 40 action accept
set firewall ipv6-name WANv6_LOCAL rule 40 description 'allow dhcpv6'
set firewall ipv6-name WANv6_LOCAL rule 40 destination port 546
set firewall ipv6-name WANv6_LOCAL rule 40 protocol udp
set firewall ipv6-name WANv6_LOCAL rule 40 source port 547
commit
save

Danach gehören die Einstellungen noch auf die Interfaces gebunden:

configure
set interfaces ethernet eth0 firewall in ipv6-name WANv6_IN
set interfaces ethernet eth0 firewall local ipv6-name WANv6_LOCAL
commit
save

Ein Test aus dem Internet (zB. Portscan vor dem Setzen der Regeln in Vergleich zu nachher) hat ergeben, dass die Ports nun von außen nicht angesprochen werden können.

Ubiquiti EdgeRouter X mit PPTP Server und lokaler Authentifizierung

Der Ubiquiti EdgeRouter X SFP sieht nach dem perfekten Gateway für meinen Funkfeuer-Zugang zu Hause aus!

Aufgrund der mipsel-Architektur und den debian-Images als Basis der EdgeRouter-Serie besteht die Möglichkeit, die mipsel-Pakete für olsrd und olsrd-plugins manuell nachzuinstallieren und somit das Routingprotokoll für Funkfeuer direkt mitlaufen zu lassen. Dies funktioniert wunderbar für IPv4 und IPv6!

Außerdem ist das Gerät als softwarebasierter 6-Port-Router (5 + 1 SFP) mit PoE-Unterstützung auf 5 Ports ideal für zu Hause und ich kann einzelne Antennen auch direkt mit Strom versorgen.

PPTP Server

Aber nun zu PPTP. Vorab: PPTP ist wohl das unsicherste VPN-Protokoll, das man wählen kann. Es ist aber auch das am einfachsten zu konfigurierende und bei Windows direkt konfigurierbar (= ohne etwas installieren zu müssen).

Bei den folgenden Schritten habe ich mich stark an diesem Youtube-Video orientiert: https://www.youtube.com/watch?v=XqFcPv2lfDI

Die Konfiguration erfolgt über die Kommandozeile, also per SSH oder indem man in der Weboberfläche (GUI) auf „CLI“ klickt.

configure
set vpn pptp remote-access authentication mode local
set vpn pptp remove-access authentication local-users username meinbenutzer passwort meinpasswort

Die letzte Zeile wiederholt man für alle Benutzer, denen man Zugang gewähren möchte.

set vpn pptp remote-access client-ip-pool start 192.168.1.81
set vpn pptp remote-access client-ip-pool stop 192.168.1.89
set vpn pptp remote-access outside-address 78.41.113.xxx
set vpn pptp remote-access dns-servers server-1 192.168.1.1
set vpn pptp remote-access dns-servers server-2 208.67.222.222

Einige Firewall-Regeln gehören noch gesetzt:

set firewall name WAN_LOCAL rule 30 action accept
set firewall name WAN_LOCAL rule 30 description allow_PPTP
set firewall name WAN_LOCAL rule 30 destination port 1723
set firewall name WAN_LOCAL rule 30 log disable
set firewall name WAN_LOCAL rule 30 protocol tcp
set firewall name WAN_LOCAL rule 40 action accept
set firewall name WAN_LOCAL rule 40 description allow_PPTP_GRE
set firewall name WAN_LOCAL rule 40 log disable
set firewall name WAN_LOCAL rule 40 protocol GRE

Mit den folgenden Kommandos wird die Änderung aktiviert und gespeichert. Mein erster Test war danach sofort erfolgreich!

commit
save

Test mit Windows 7

Auf meinem Windows7-PC habe ich sofort ein VPN hinzugefügt:

  1. Systemsteuerung -> Netzwerk und Freigabecenter
  2. Neue Verbindung oder neues Netzwerk einrichten
  3. Verbindung mit dem Arbeitsplatz herstellen
  4. Die Internetverbindung (VPN) verwenden
  5. Internetadresse: meine externe IP bzw. Hostname des EdgeRouters
  6. Zielname: frei wählbar, zB. „PPTP EdgeRouter“
  7. Benutzername & Kennwort eingeben, so wie die Authentifizierungsinfo am EdgeRouter programmiert wurde; es muss keine Domäne angegeben werden.
  8. auf „Verbinden“ klicken. Fertig!

Ich war sofort verbunden. Als IP-Adresse habe ich eine IP aus dem konfigurierten Pool erhalten! Internetsurfen war möglich! Ich habe meine IP über http://ip4.me überprüft und dort scheint die externe IP des EdgeRouter auf. Ich bin also über das PPTP-VPN und den EdgeRouter im Internet!

Unifi Controller in fhem einbinden

Ich habe bereits über meine Unifi-Installation geschrieben, die sich weiterhin bewährt.

Mit großer Freude habe ich gelesen, dass seit 23. August 2015 auch ein Unifi-Modul für fhem verfügbar ist! (Das Changelog sagt: „added: 74_Unifi.pm for the Ubiquiti Networks (UBNT) – Unifi Controller“)

Das muss ich gleich probieren! Einen Unifi-Controller habe ich laufen, jetzt möchte ich diesen mit fhem verbinden und anhand der Clients im WLAN die Anwesenheitserkennung von fhem nutzen.

Mittlerweile habe ich den Unifi Controller in Version 4.6.6 bei mir laufen. Von Version 3 zu Version 4 hat sich einiges geändert, auch in der Unifi API. Es ist daher verständlich, dass man die Versionnummer angeben muss. Gleichzeitig ist es toll, dass das fhem-Modul sowohl Version 3 als auch Version 4 unterstützt.

Ich habe für den Unifi-Zugriff aus fhem einen eigenen User „fhem“ mit „Read Only“-Berechtigung im Unifi Controller angelegt.

Der Zugriff von fhem war mit einer Zeile erledigt:

define myunifi Unifi 192.168.1.9 443 fhem geheim 30 default 4

Der Syntax lautet gemäß Perl Modul:

define <name> Unifi <ip> <port> <username> <password> [<interval> [<siteID> [<version>]]]

In der Commandref stehen auch die Details zur Nutzung des Moduls.

Die Standardwerte dafür sind:

  • interval = 30 Sekunden
  • siteID = default
  • version = 4

Ich habe dennoch alles explizit angegeben. Damit hoffe ich, dass in zukünftigen Versionen keine Problem auftauchen (zB. sobald es Version 5 gibt, etc.).

fhemunifi-siteidZuerst habe ich den angezeigten Namen vom Unifi-Controller meiner Site als siteID anzugeben. Damit habe ich  keine Werte bekommen. Nach kurzer Suche habe ich die Fehlermeldung im Log gefunden:

myunifi (Unifi_GetClients_Receive) - Failed! - state:'error' - msg:'api.err.NoSiteContext' - This error indicates that the <siteID> in your definition is wrong. Try to modify your definition with <sideID> = default.

Folgender Hinweis hilft: in der URL des Controller sieht man, mit welcher siteID man verbunden ist, auch wenn diese einen anderen Namen trägt, der im Controller angezeigt wird:

Es hat dann sofort funktioniert: im „Unsorted“-Bereich habe ich nun das Objekt myunifi und alle verbundenen Endgeräte:fhemunifi1Die Daten, die fhem vom Unifi Controller bezieht sind umfangreich und ermöglichen viele Anwendungen, auch außerhalb der Presence-Funktion. Hier die Details zu einem Client:unifi2

====================================== 
_id = 558XXXXXXXXXXXXXb85ae047 
_is_guest_by_uap = false 
_last_seen_by_uap = 1441082804 
_uptime_by_uap = 33149 
ap_mac = 24:a4:XX:XX:XX:c3 
assoc_time = 1441043174 
authorized = true 
bssid = 2e:a4:XX:XX:XX:c3 
bytes-r = 3 
ccq = 991 
channel = 7 
essid = MeineSSID 
first_seen = 1435052270 
hostname = android-bfeXXXXXXXXX9f0f 
idletime = 24 
ip = 192.168.XXX.103 
is_guest = false 
is_wired = false 
last_seen = 1441082804 
latest_assoc_time = 1441049655 
mac = 60:af:XX:XX:XX:e5 
name = Stefan Samsung XXXX
noise = -94 
note = 
noted = false 
oui = SamsungE 
powersave_enabled = true 
qos_policy_applied = true 
radio = ng 
radio_proto = ng 
roam_count = 2 
rssi = 40 
rx_bytes = 1339759 
rx_bytes-r = 3 
rx_packets = 6309 
rx_rate = 6000 
signal = -54 
site_id = 53ecXXXXXXXXXXXXXXX91e2a 
tx_bytes = 1905377 
tx_bytes-r = 0 
tx_packets = 5576 
tx_power = 30 
tx_rate = 72222 
uptime = 39630 
user_id = 55892XXXXXXXXXXXXX5ae047 
usergroup_id = 
======================================

neue & weitere Funktionen

Das Modul für Unifi ist neu im fhem. Es wird laufend weiterentwickelt, so wurde letzte Nacht wieder um Funktionen erweitert, zB:

  • einen Client disconnecten,
  • einen Access Point restarten
  • die „Locate“-Funktion eines APs ein- & ausschalten (blinken)
  • Alarme am Controller archivieren

Am besten behält man das fhem Changelog im Auge. Dort werden Änderungen & Erweiterungen protokolliert.